Kommunale Wärmeplanung

Die Zukunft unserer Wärmeversorgung: Kommunale Wärmeplanung im Konvoi Spaichingen

Der Fahrplan für die lokale Wärmewende steht! Die Stadt Spaichingen sowie die Gemeinden Aldingen, Denkingen, Frittlingen, Dürbheim, Balgheim und Hausen ob Verena haben jetzt den Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung erfolgreich fertiggestellt. Alle sieben beteiligten Kommunen aus dem Landkreis Tuttlingen haben diese strategische Planung freiwillig und in enger Zusammenarbeit durchgeführt, denn die Wärmeversorgung ist einer der wichtigsten Hebel, um den voranschreitenden Klimawandel effektiv zu bekämpfen und das gesetzliche Ziel einer vollständigen Treibhausgasneutralität bis spätestens 2045 zu erreichen.

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) dient dabei als langfristiges, strategisches Planungsinstrument. Sie verfolgt drei gleichrangige Hauptziele:

  • Versorgungssicherheit: Eine krisenfeste und dauerhaft verlässliche Bereitstellung von Energie für alle Haushalte und Unternehmen.
  • Treibhausgasneutralität: Die vollständige Umstellung unserer Wärmeversorgung auf erneuerbare und klimaneutrale Energieträger.
  • Wirtschaftlichkeit: Die Gewährleistung einer bezahlbaren und ökonomisch tragfähigen Energieversorgung für die Zukunft.

Ergebnisse: Zentrales Wärmenetz oder dezentrale Heizung?

Ein wesentliches Ergebnis des Berichts ist die Einteilung des Konvoi-Gebiets in zwei unterschiedliche Kategorien von Versorgungsgebieten, um Eigentümern eine erste Orientierung zu bieten:

  • Eignungsgebiete für Wärmenetze: Bereiche, in denen eine leitungsgebundene Wärmeversorgung (Nah- oder Fernwärme) aufgrund der hohen Wärmedichte und vorhandener Energiequellen technisch und wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
  • Einzelversorgungsgebiete: Gebiete, in denen eine Erschließung über Wärmenetze voraussichtlich nicht wirtschaftlich ist. Hier wird die Wärmeversorgung zukünftig individuell und dezentral direkt am Gebäude gelöst – beispielsweise durch hocheffiziente Wärmepumpen oder Solaranlagen.

Die Fokusprojekte in den Konvoi-Gemeinden auf einen Blick

Insgesamt wurden im Konvoi 15 konkrete und priorisierte Maßnahmen erarbeitet, die in den kommenden fünf Jahren angestoßen werden. Jede Kommune setzt dabei auf maßgeschneiderte Lösungen.

In Balgheim steht die Ortsmitte im Fokus: Es wird geprüft, ob ein Wärmenetz durch die Nutzung der industriellen Abwärme der Bäckerei Licht in Verbindung mit einer Großwärmepumpe realisiert werden kann.

Was bedeutet das jetzt für Sie als Eigentümer?

Der kommunale Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument und beschließt zum aktuellen Zeitpunkt keine rechtsverbindlichen Pflichten oder direkten Anschlusszwänge für Bürgerinnen und Bürger. Er dient als langfristiger Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre. Bevor ein Wärmenetz tatsächlich gebaut wird, sind stets tiefergehende, detaillierte Wirtschaftlichkeits- und Detailuntersuchungen zwingend erforderlich.

Die Wärmeplanung wird zudem als kontinuierlicher Prozess verstanden. Spätestens alle fünf Jahre werden die Fortschritte überwacht und der Plan bei Bedarf an neue technologische oder rechtliche Rahmenbedingungen angepasst.

Einbindung der Bevölkerung & Downloads

Die Beteiligung der Öffentlichkeit war und ist ein zentraler Baustein für das Gelingen der Wärmewende. Neben regelmäßigen Informationen über die Webseiten der Gemeinden fand am 28. Mai 2025 eine zentrale Bürgerinformationsveranstaltung statt, bei der das Zielszenario und die Maßnahmen intensiv mit der Bevölkerung diskutiert wurden.

Der vollständige Abschlussbericht steht Ihnen ab sofort als barrierefreies Dokument zum Download zur Verfügung.

Für Fragen rund um den Wärmeplan oder zu individuellen Fördermöglichkeiten beim Heizungstausch steht Ihnen die Gemeindeverwaltung gerne zur Verfügung.

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